Projekt : Gesundheitsposten und Geburtenklinik Mugum Kamarong, Mugu
Ort : Nepal, Mugu (Distrikt), Mugum Kamarong (Dorf)
Unterstützt : 5396 Menschen in 15 Bergdörfern
Sponsoren : Karl Zünd Stiftung (80%), nepalesische Regierung (20%)
Durchgeführt von : Chay Ya Nepal/Austria
Zeitraum : 2018 to 2019
Status : Beendet

Der Distrikt Mugu ist das abgelegenste Gebiet von allen Distrikten Nepals, und aufgrund des Mangels an Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen als der „least developed“ bekannt. Über 65.000 BewohnerInnen wohnen in diesem Distrikt, es gibt aber nur einen einzigen Arzt. Die Praktiken von Kinderheirat, Chhaupadi (die Verbannung von menstruierenden Frauen und Mädchen in Kuhställe), eine Form von Polygamie (eine Frau muss alle Brüder einer Familie heiraten) und Gewalt gegen Frauen sind dort weit verbreitet.

Die bisherige gesundheitliche Versorgung ist katastrophal: Bis heute bekommen die Frauen in den 15 Bergdörfern des Mugam Kamarong Bezirks ihre Kinder Zuhause und ohne den Beistand einer Hebamme oder Krankenschwester, da im gesamten Gebiet kein einziger Gesundheitsposten oder eine Geburtenstation existiert. Der nächste Gesundheitsposten liegt 35 Kilometer Fußmarsch entfernt südlich des Rara Sees, und ist nur über steile Bergpfade erreichbar

Häufigste Krankheiten

Uterus Prolaps (Gebärmuttersenkung bis zum Austritt), Asthma, Arthritis, Zahnbeschwerden, Lungenentzündung, Bronchitis, Läuse, Hautinfektionen, Blutvergiftungen wegen schlechter Wundversorgung

Von Gamghadi, dem Distrikthauptquartier, der letzten Anbindung an eine holprige Schotterstraße, sind die abgelegensten Dörfer des Bezirks Mugam Kamarong nur durch mehrtägigen Fußmarsch erreichbar. Von Gamghadi zum Dorf Kamarong, dem Ort des geplanten Gesundheitspostens, ist ein eintägiger Fußmarsch notwendig. Die Materialien für den Bau müssen also zuerst auf Jeeps oder Kleinlastwagen, und dann auf dem Rücken der Menschen und Maultiere transportiert werden.

Projektziele

Aufbau & permanenter Betrieb eines Gesundheitspostens inklusive Geburtenklinik

Über 5400 Personen des Bezirks Mugam Kamarong erhalten Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung.

Frauen und Mädchen haben vor, nach und während der Geburt optimale Betreuung durch eine Hebamme in einer hygienischen Umgebung. Zusätzlich soll durch einen mehrtägigen Aufenthalt der Patientinnen nach der Geburt den chronischen geburtsbedingten Krankheiten wie Gebärmuttersenkung oder Genitalinfektionen vorgebeugt werden.

Permanente medizinische Grundversorgung (mit Spezialisierung auf Schwangerschaft und Geburten) durch lokales, gut ausgebildetes Personal.

Auf Grund des besonderen Augenmerks auf Nachhaltigkeit werden die Folgekosten, einschließlich Medikamente und Gehälter des medizinischen und Lehrpersonals, in all unseren Gesundheits- und Bildungsprojekten nach Inbetriebnahme von der nepalesischen Regierung übernommen!

Update April 2019

Am 10. April 2019 wurde das neu errichtete Community Health Center an die Mugum Karmarong Rural Municipality in Riusa Bagar, Mugu, übergeben. Es wird von nun an 5.423 Menschen in dieser ländlichen Gemeinde eine medizinische Grundversorgung bieten.
Die finanzielle Unterstützung für den Bau des Gebäudes wurde von der Karl Zünd Stiftung und der ländlichen Gemeinde Mugum Karmarong geleistet. Die Gemeinde von Mugum Karmarong hat bereits 4 Mitarbeiter installiert und übernimmt nach einem Jahr die Kosten für Medikamente, die momentan von Chay Ya getragen werden. Ebenso wurden von UNICEF Nepal Gesundheitseinrichtungen für dieses Zentrum bereitgestellt. HIRYSDEC Mugu unterstützte die lokale Koordination. Der Gesundheitsposten wird in Zukunft als offizielle Gesundheitsstation in der gesamten Gemeinde gelten, was bei der Verteilung von Impfstoffen für Kinder und bei der Schwangerschaftsaufklärung – und bildung hilfreich sein wird. Chay Ya wird den medizinischen Bedarf sowie die Leistungen und Umstände im Gesundheitsposten regelmäßig überprüfen und evaluieren.

Update Juli 2018

Große Fortschritte auf der Baustelle durch die riesen Motivation der lokalen Bevölkerung! In Rekordzeit konnten nicht nur alle erforderlichen Genehmigungen und Verträge mit der nepalesischen Regierung geschlossen werden, sondern auch der Transport des Materials, das Graben der Fundamente und die Ausgießung mit Zement in kürzester Zeit erledigt werden. Derzeit werden gerade die Mauern hochgezogen, wenn alles so gut weiterläuft könnte der Gesundheitsposten schon im Frühling 2019 fertig sein!