Projekt : Gesundheitsposten und Geburtenklinik Palungtar, Gorkha
Ort : Nepal, Gorkha (Distrikt), Palungtar (Dorf)
Unterstützt : 38.000 Menschen in 35 Bergdörfern
Sponsoren : Red CHAIRity, Landesregierung Vorarlberg, nepalesischer Staat
Durchgeführt von : Chay Ya Nepal, Build Up Nepal (Erdziegel-Training)
Zeitraum : 2017 to 2019
Status : Beendet

Palungtar, eine kleine Berggemeinde mit ca. 2000 EinwohnerInnen, ist Ende Mai 2017 (aufgrund des Bürgerkriegs die ersten Wahlen seit 18 Jahren) zum neuen Verwaltungssitz des gleichnamigen Bezirks Palungtar gewählt worden, der insgesamt über 38.000 Menschen umfasst. Bisher bekamen die Frauen in den 35 dazugehörigen Bergdörfern ihre Kinder zumeist Zuhause und ohne den Beistand einer Hebamme oder Krankenschwester, da es im gesamten Distrikt nur eine winzige Geburtenstation mit einer einzigen Krankenschwester direkt in Palungtar gibt.Zusätzlich müssen die Frauen aufgrund des Platzmangels direkt nach der Geburt nach Hause, oder in speziellen Fällen 24 Stunden danach (wobei die Frauen hierbei im offenen und stark verschmutzten Wartebereich schlafen müssen). Die Frauen, die ökonomisch höher gestellt sind, gebären daher in der nächsten großen Stadt Gorkha. Allerdings lebt ein Großteil der lokalen Bevölkerung unter der Armutsgrenze und kann es sich nicht leisten, die Reisekosten usw. zu bezahlen.Chay Ya möchte daher gemeinsam mit der Unterstützung der lokalen Regierung und Gemeinschaft eine Geburtenstation bauen, in der Mütter und Kinder optimal versorgt werden können, um so die Mütter-Kinder-Sterblichkeitsrate zu senken. Zusätzlich soll durch einen mehrtägigen Aufenthalt der Patientinnen nach der Geburt den chronischen geburtsbedingten Krankheiten wie Gebärmuttersenkung oder Genitalinfektionen vorgebeugt werden. Auch prä- und postnatale Versorgung, Impfungen und Hygieneworkshops werden zu den Aufgaben der Geburtenklink gehören. Geplant sind hierfür 6 Zimmer auf ca. 75 qm die mit nachhaltigen und lokal produzierten Erdziegeln gebaut werden.

Auf Grund des besonderen Augenmerks auf Nachhaltigkeit werden die Folgekosten, einschließlich Medikamente und Gehälter des medizinischen und Lehrpersonals, in all unseren Gesundheits- und Bildungsprojekten nach Inbetriebnahme von der nepalesischen Regierung übernommen!

Update August 2019

Das Erdgeschoss des Gesundheitsposten ist fertiggestellt! Die Sanitäranlagen sind installiert und der Gesundheitsposten ist bereit zur Inbetriebnahme!

Update Februar 2019

Die Betongießarbeiten im Erdgeschoss wurden abgeschlossen. Oberhalb des Erdgeschosses begann die Konstruktion der Säulen mit dem Anheben der senkrechten Bewehrung durch das Verankern der waagerechten Bewehrung, gefolgt von dem Verbinden mit Metalldrähten. Die Treppe vom Erdgeschoss zum ersten Stock wurde fertiggestellt.

Update Oktober 2018

Die stützenden Beton/Eisen-Säulen vom Erdgeschoß sowie die Fundamentarbeiten sind fertiggestellt. Die Betongussarbeiten für den ersten Stock haben begonnen. Sobald die Decke fertig ist kann mit dem Bau der Erdziegelwände begonnen werden.

Update Mai 2018

Die Fundamentlegung ist abgeschlossen. Ein Betonwassertank für das Gesundheitszentrum ist fertiggestellt. Die Errichtung von Stützpfeilern auf Sockelebene ist im Gange.

Update Februar 2018

Die nepalesische Regierung hat den Bauplatz bestätigt, alle Genehmigungen und Verträge sind unterschrieben. Die öffentliche Feier zur Grundsteinlegung des Fundaments hat im Dezember stattgefunden. Der Kauf und Transport von Baumaterialen hat gestartet und die Fundamente wurden ausgehoben. Die “Cabin-Wires” – Metallkäfige zur Verstärkung des Hangs wurden errichtet und mit Steinen gefüllt.

Über 40 Prozent aller Frauen in Nepal werden während der Schwangerschaft und der Geburt nicht angemessen medizinisch betreut, und leiden deswegen lebenslang an den Konsequenzen wie chronischer Anämie, Geburtsfisteln, Gebärmuttersenkung (teilweise bis zum Austritt) und Genital- und Harnwegsinfektionen. Im Zeitraum zwischen 1999 und 2006 starb jede fünfte Frau zwischen 15 und 49 Jahren während der Schwangerschaft oder Geburt, oder damit verbundenen Komplikationen (Nepal Demographic and Health Survey 2011). Speziell Frauen und Mädchen aus finanziell schwachen oder sozial diskriminierten Minderheiten in den Bergregionen sind betroffen. In Palungtar gehören mehr als 60% der Bevölkerung sozial schwachen oder ethnisch diskriminierten Gruppen wie den Dalits (Unberührbare) oder den tibetisch-stämmigen Janajatis an.
Die Dunkelziffer der Hausgeburten ist schwer einzuschätzen, aber alleine über 100 Geburten werden pro Jahr in der kleinen Geburtenstation registriert. Ein neues Gebäude mit einer vernünftigen medizinischen Versorgung könnte aber mehr als drei bis vier Mal so viele Frauen aufnehmen. Falls die Frauen in den umliegenden Distrikten Lamjung und Tanahun (die ebenfalls keine Geburtenstation haben) dazukommen, wird die Zahl noch weit höher sein. Die Gehälter, Medikamente und alle Folgekosten der Geburtenstation übernimmt die nepalesische Regierung, die lokale Muttergruppe überwacht dies.