Chandrapur, Rautahat
ABFALLENTSORGUNG- & RECYCLING CENTER
Entsorgung & Recycling
Ort
Chandrapur,
Distrikt Rautahat
Umsetzung
Chay Ya Nepal,
Chandrapur Municipality
Partner
Chay Ya Tirol,
Chay Ya Austria,
Land Tirol,
Land Vorarlberg,
Karl Zünd Stiftung,
HIL Foundation,
Crossing Borders,
Alpla,
NIDISI
Zeitraum
2023 - 2027
Für
zunächst 500 Haushalte (bis zu 1.500 in Phase III)
Status
Laufend
Projekt
Mit der rasch voranschreitenden Urbanisierung in Nepal – besonders in der dicht besiedelten Terai-Region, in der mehr als die Hälfte der nepalesischen Bevölkerung lebt – nimmt auch die Menge an Abfällen stetig zu. In Städten wie Chandrapur, in der rund 72.000 Menschen wohnen, fehlt es bislang an einer nachhaltigen Lösung für die Müllentsorgung. Der Großteil des nicht-organischen Abfalls wird aktuell unkontrolliert entsorgt – verbrannt, vergraben oder in Gewässer geleitet – mit gravierenden Folgen für Gesundheit (z.B. durch Krankheiten wie Cholera, Diarrhöe oder Typhus), Umwelt (z.B. durch aggressive und toxische Substanzen) und Klima (z.B. CO2-Emissionen).
Genau hier setzt unser gemeinsames Abfallmanagement-Programm an, das Chay Ya in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Chandrapur und dem Expertenpartner NIDISI entwickelt hat. Ziel ist nicht die wirtschaftliche Verwertung von Müll, sondern ein langfristig funktionierendes, sozio-ökologisches System, das die Gesundheit der Bevölkerung schützt, die Umwelt bewahrt und für mehr Lebensqualität sorgt.
Das Projekt startet in mehreren Phasen – aktuell sind drei geplant. Zunächst wird eine moderne Abfallbehandlungsanlage für 500 Haushalte aufgebaut, die später auf bis zu 1.500 erweitert werden soll. Diese inkludiert Sortierstationen, die Kompostierung biologischer Abfälle und Recycling von Kunststoffen (die dann als neue Produkte wieder verkauft werden können). Parallel dazu finden umfassende Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen statt – in Schulen, Stadtvierteln und der Öffentlichkeit. Ziel ist es, Bewusstsein für Abfallvermeidung zu schaffen und die Bevölkerung aktiv einzubeziehen.
Die Gemeinde Chandrapur ist als langfristiger Partner eingebunden: Sie stellt das Gelände, sorgt für Infrastruktur wie Strom und Wasser, stellt Personal und Fahrzeuge bereit und übernimmt nach und nach den Betrieb der Anlage. Zudem beteiligt sie sich – gemeinsam mit der Regierung – auch finanziell an der Umsetzung.
Besonders wichtig ist uns die soziale Komponente: Benachteiligte Bevölkerungsgruppen werden gezielt als Mitarbeitende eingestellt, zu „Waste Officers“ oder Berater*innen ausgebildet und in das Projekt integriert. Junge Menschen, vor allem Frauen, erhalten durch Schulungen neue berufliche Perspektiven und sollen später als Expert*innen das Projekt in die Breite tragen.
Langfristig soll die Anlage nicht nur die Abfälle Chandrapurs bewältigen, sondern auch als Schulungszentrum und Modellprojekt für ganz Nepal dienen – inklusive moderner Technologien wie einer umweltfreundlichen Müllverbrennungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz möchten wir gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort einen nachhaltigen Wandel gestalten – hin zu einem sauberen, gesunden und lebenswerten Chandrapur.
Updates
März 2024
Nachdem schon 2023 Absprachen mit den lokalen Politiker*innen und Landbegehungen stattgefunden hatten, gibt es inzwischen schon ein Büro vor Ort, notwendige Verträge wurden unterschrieben und die ersten Schul-Eco-Clubs sind gegründet. So konnte pünktlich zum „World Water Day“ auch schon ein Mal-Wettbewerb stattfinden und das Bildungs-Programm so offiziell gestartet werden. Die Schüler*innen bekommen hier erste Einblicke in Recycling und Müllverwertung, so soll ihr Umweltbewusstsein geschult werden.
März 2026
Während der Proteste im September 2025 wurde der in einem Regierungsgebäude in Chandrapur untergestellte Abfall-Shredder beschädigt. Daher müssen der Schaltkasten und Motor repariert bzw. ersetzt werden. Zudem wurden die Bauarbeiten vorübergehend eingestellt, nachdem Eigentümer*innen benachbarter Grundstücke Bedenken hinsichtlich des Standorts geäußert hatten.
Obwohl das Gericht zugunsten des Projekts entschied, beschloss das lokale Umsetzungsteam, den Baustandort zu verlegen, um den Frieden innerhalb der Gemeinde zu wahren. Ein geeigneteres Grundstück wurde identifiziert und das Projekt an den neuen Standort verlegt. Darüber hinaus wurden die für die Anlage erforderlichen zusätzlichen Maschinen bestellt, um die Fortsetzung der Bauarbeiten zu ermöglichen.
Juli 2026
Inzwischen konnte die westliche Zufahrtsstraße fertiggestellt und das Projektgelände mithilfe eines von der Gemeinde bereitgestellten Baggers eingeebnet werden. Auch die Bauarbeiten an den verschiedenen Einrichtungen des Centers schreiten voran: Für den Bioreaktor, Schredder, die Station zur Zwischenlagerung organischer Abfälle sowie für die Lager- und Siebhalle konnten die Mauerarbeiten abgeschlossen werden.
Außerdem wurde das Projektgelände an die Wasserversorgung und das örtliche Stromnetz angeschlossen. Für die geplante dreiphasige Stromversorgung sind inzwischen insgesamt 16 Strommasten erfolgreich installiert.
Parallel dazu wird die Umfriedung des Geländes errichtet. Die Aushubarbeiten für die Begrenzungsmauer sowie die Bewehrungsarbeiten an den Säulen wurden abgeschlossen; die Betonierungsarbeiten sind derzeit im Gange.
Rund um den Weltumwelttag im Juni fanden wieder verschiedene gemeinschaftliche Reinigungsaktionen statt. Auch wurde eine weitere Frauengruppe gegründet, die sich künftig aktiv für Umweltschutz und die Verbesserung der lokalen Lebensbedingungen engagieren soll.




























































